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Karl Napp ermittelt im Auftrag der Mafia

29.09.2014 Kastel Allgemeine Zeitung

Von Norbert Fluhr

THEATER Paraderolle für Harald Kauth

Karl Napp, die unverwüstliche Romanfigur des Kasteler Hobby-Autoren Dieter Schmidt, ermittelt weiter am „Tatort Mainz“. Eine Paraderolle für den Betreiber des „Lilien-Palais“, Harald Kauth, der in der „Stadt des Frohsinns und der Verbrescher“ der Handkäsmafia auf der Spur ist. Eine herzerfrischende Komödie in Mainzer Mundart, die bereits zum elften Mal im Musentempel in der Mainzer Straße aufgeführt wurde.

Ins Milieu verstrickt

Die resolute Wirtin Rosi (Marie-Luise Thüne) hat in ihrer Kneipe „Zum Ferzje“ schon bessere Tage erlebt: Der Umsatz ist rückläufig und die wenigen Stammgäste „wolle ständig anschreibe.“ Am Niedergang der Mainzer Gastronomie ist die Meenzer Handkäs-Mafia schuld, in der der „Fleischworscht Toni“, „de Brezel Müller“ und „de Hohlblock Karl“ das Sagen haben. Aber auch dem renommierten Mainzer Karnevalsverein „CVM“ werden Verstrickungen im Milieu nachgesagt. Privatdetektiv Karl Napp kommt gern „mal auf einen Schoppen“, seine Auftragslage ist ebenfalls bescheiden. Da scheint es dem Fremdenführer vom Fastnachtsmuseum, Lothar Löcherlich, (Gunter Raupach) besser zu sehen. Schließlich muss er die Mainzer Kulturgüter vor diebischen Fingern schützen: Unersetzlich wären die „Scherz vom Neescher“ (Ernst Neger) „unn die Geisch’ vom Geischer Fränzje“.

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Die Puppe hat immer das letzte Wort

30.06.2014 Kastel Allgemeine Zeitung

Von Silvia Dott

Bauchredner Benjamin Tomkins weckt in Kastel und im Alltag Stofftiere und Frühstückseier zum Leben

Puppen sind eine eigene Art Lebewesen. Nicht toter Stoff, nein, Sie haben Seele und vor allem Charakter. Sie sind das Alter-Ego von Puppenflüsterer Benjamin Tomkins. Am Freitagabend gastierte der Wiener, Berliner, Nord-Rhein-Westfale, man weiß es nicht genau, im Lilienpalais in Kastel.

Tomkins ist Bauchredner, perfekt leiht er seinen Puppen eine Stimme. Atemberaubend schnell wechselt Tomkins die Stimmführung und Stimmhöhe. Die Lippen bewegt der frühere Autoverkäufer so gut wie nicht. Tomkins lässt seine Schildkröte Henriette sogar singen. „Dream a little dream of me.“

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"Alter, was guckst du so bleed"

14.06.2014 Kastel Allgemeine Zeitung

Von Linda Rustemeier

Ramon Chormann im Lilienpalais in Kastel

Kasteler sind ned bleed: Trotz Eröffnungsspiel im Fußball, optimalem Gartenwetter und sonstigen Abendangeboten war das Lilienpalais zur Show von original Pfälzer Ramon Chormann ausverkauft. Freunde und Fans durften sich auf das neue Programm „Doppelt so bleed!“ freuen. Darin befasst sich Chormann ausgiebig mit verlorengegangenen gesellschaftlichen Werten oder Moral.

„Warum“, fragt er, „begrüßen die Jungen die Alten nicht mehr höflicherweise?“ Es gäbe ja statt „Hallo“ oder „Alter, was guckst du so bleed?“ mehrere Tageszeiten dafür. Und warum kann kein Laie im Land der Dichter und Denker mehr Goethe oder Schiller rezitieren oder ein Stück von Bach spielen?

Im Programm spielen aber auch Zahlen eine große Rolle, mit denen die Gesellschaft nur so um sich werfe. So sage seine Freundin häufig zu ihm: „Ich hab’ Dir schun 100 000 Mol gesaat ...“. Bei einem Satz, der 5 Sekunden dauert, wären das insgesamt 5 Tage und 18 Stunden – also unrealistisch, rechnet er vor.

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"Ich will erst kurz die Krim retten"

29.04.2014 Kastel Allgemeine Zeitung

Von Norbert Fluhr

Entertainer Andy Ost begeistert im „Lilien-Palais“ / Er kann auch bärbeißig sein

Mit frenetischem Beifall wird Andy Ost im „Lilien-Palais“ empfangen. Der Kabarettist, Sänger und Parodist aus Niedermittelau ist ein Sympathieträger, aber er kann auch bärbeißig sein. Das stellte Ost mit seinem neuen Programm „Ein Quantum Ost“ im Musentempel an der Mainzer Straße nachhaltig unter Beweis.

Satirisch beleuchtete er den Konflikt auf der Krim: Da strotzt der homophobe Wladimir Putin, der die Moskauer Punkband „Pussy Riot“ begnadigt hat, vor Selbstbewusstsein. Jetzt darf der russische Präsident sogar beim Eurovisionscontest mit einem eigenen Song aufwarten. Ost schlüpft in die Rolle von Tim Bendzko und bietet auf dem Klavier eine Lösung an: „Ich will erst kurz die Krim retten.“ Gleichwohl möchte er sich in der Diktion Osts die „Welt so machen, wie sie mir gefällt.“

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