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Mundart-Rock gegen die Unwetterschäden

04.08.2015 Allgemeine Zeitung Framersheim

Von Ulla Grall

BENEFIZ Framersheim sammelt Spenden mit Musik und Comedy

FRAMERSHEIM - „Der Bruchteil einer Minute, wahnsinniger Wind, unglaublicher Lärm, riesige Hagelkörner … man wusste gar nicht, was da geschah … danach: ein Bild der Zerstörung.“ So berichten viele Framersheimer vom Unwetter, das den Ort heimsuchte. Doch die Hilfsbereitschaft ist groß. Viele Ideengeber sorgen dafür, dass mit Sammlungen und Benefiz-Veranstaltungen Geld reinkommt, damit die materiellen Schäden bald der Vergangenheit angehören. Befreit lachen konnten die Framersheimer schon wieder beim Benefizevent am Sonntag.

Bundestagsabgeordneter Marcus Held hatte die Idee zur Benefizveranstaltung, als er die Veranstaltung des Lilien-Palais aus Mainz-Kastel nach Framersheim holte und dafür die Schirmherrschaft übernahm. Den begeisterten Applaus, der ihm und Bürgermeister Ulrich Armbrüster entgegenschallt, als sie die Bühne entern, hätte Harald Kauth, Chef des Lilienpalais, Moderator des Abends und Frontmann der „RheinMainzer“, mit dem Publikum gar nicht erst zu proben brauchen.

Armbrüster zeigt sich dankbar für die umfassende Hilfsbereitschaft. „Ich kann sagen, dass wir die 200 000 schon geknackt haben“, verkündet er. „Eine Riesensolidarität“, nennt es Held und macht die Bühne frei für Mundart-Rock „un e bisje meh“. Willy Wahrhan an den Drums, Dr. Thomas Frey am Bass, Gitarrist Oliver Trinkl und Michael Marni am Keyboard bringen die Halle zum Kochen, wenn Harald Kauth singt „Des is mir sowas vun egal“. Die Band hat sich in der Fassenacht einen Namen gemacht.

 

Umfangreiches Programm

Aus Germersheim kommt Lars Sörensen, der extra einen Sprachkurs gemacht hat, um sich in Framersheim verständigen zu können. Hatte doch der echte Friese aus Husum, als er 1998 in die Pfalz zog, schon mit dem dortigen Dialekt Probleme. Doch der Comedian parliert in bestem Hochdeutsch über Wahlheimat und Geburtsstadt. Nach einem weiteren Rhein-Mainzer’schen Loblied auf Mainz erscheint Michael Eller: „Ich bin einer von den AIDA-Komikern“, stellt er sich vor und gleich einige Vorurteile über Kreuzfahrten richtig. „Die einzigen Vorurteile, die stimmen, sind die über Deutsche“, stellt er fest. Da kann er beeindruckende Beispiele aufführen und schwadroniert über seine Erfahrung auf hoher See ebenso bissig wie über Erlebnisse auf Langstreckenflügen.

Der zweite Programmteil beginnt wieder rockig: „Ich will ham in die Filzbach“, die Mainzer Adaption von „Sweet home Alabama“. Eller outet sich als leidenschaftlicher Motorradfahrer und lässt sein Publikum an seinen Erfahrungen mit Polizeikontrolle teilhaben. Der „Germersheimer Friese“ Sörensen berichtet über die 80er Jahre und tröstet: „Auch Ü60 ist Ü30“. Ein schauspielerischer Höhepunkt ist die „Meenzer Antwort auf Dinner for one“ mit Marie Luise Kühne als greisem Geburtstagskind Lisbeth und Harald Kauth in der Vielfach-Rolle von Kellner und diversen Mainzer Fastnachtsgrößen. „Die gleich Prozedur wie alle Johr?“

Eine voll besetzte Gemeindehalle und die Einnahmen aus Speisen- und Getränkeverkauf haben wieder einiges in die Framersheimer Kasse gespült.